Die Menschen hinter Ihrem Antrag
Dr. MarcelAlbrecht
Consultant
Viele Organisationen beantragen das Programm, das sie kennen, und übersehen Instrumente, die besser passen oder ergänzend greifen. Das liegt selten an Unsorgfalt, sondern daran, dass niemand die gesamte Landschaft überblickt. Potenzial bleibt selten ungenutzt, weil kein passendes Programm existiert. Häufiger fehlt der vollständige Überblick: welche Instrumente zum Vorhaben passen, welche sich ausschließen und in welcher Reihenfolge sie beantragt werden.
Ein Fördermix bedeutet nicht, dass mehrere Programme auf dasselbe Projekt gestapelt werden. Meist entsteht er über die gesamte Roadmap: verschiedene Projekte, verschiedene Phasen, verschiedene Instrumente.
Das Risiko entsteht vor allem nach der Bewilligung: durch nicht eingehaltene Auflagen, Projektänderungen, nicht förderfähige Kosten, fehlende Nachweise oder versäumte Fristen. In einem kombinierten Mix muss die Dokumentation deshalb von Anfang an sauber getrennt sein.
Welche Instrumente für Sie in Frage kommen, hängt von drei Faktoren ab. Zusammen bestimmen sie, welche Programme überhaupt offenstehen.
Die Größe bestimmt den Zugang. Viele Programme stehen nur dem Mittelstand offen, andere sind größenunabhängig, und einige kennen höhere Fördersätze für kleinere Unternehmen.
Junge Unternehmen und Start-ups. Oft ohne nennenswerte Steuerlast und ohne lange Historie. Instrumente, die unabhängig von Gewinn oder Kreditwürdigkeit wirken, sind hier am relevantesten. Beachten Sie: Steuerliche Instrumente setzen in der Regel eigenes Personal voraus.
Mittelstand. Die breiteste Auswahl. Hier ist die Frage selten, ob es Förderung gibt, sondern über welches Instrument und mit welcher Abgrenzung.
Größere Unternehmen. Weniger Programme stehen offen, dafür geht es um größere Volumina. Die Abgrenzung der förderfähigen Anteile wird dabei wichtiger.
Machbarkeit, Entwicklung, Demonstration, Investition und Markteinführung folgen jeweils eigener Förderlogik. Ein Vorhaben, das für ein Instrument zu früh ist, kann für ein anderes genau richtig sein.
Die Branche bestimmt den Schwerpunkt. In den meisten Branchen trägt die Entwicklungsförderung den größten Teil, ergänzt um Investitions- und Umweltprogramme. Der Standort entscheidet zusätzlich darüber, welche regionalen Programme offenstehen.
Wir prüfen nicht ein Programm, sondern die gesamte Landschaft, und zwar bevor das Projekt startet. Dabei sehen wir auch auf das, was bereits durchgeführt wurde, und ob dort noch etwas möglich ist.
Projektlandschaft aufnehmen.
Abgeschlossene, laufende und geplante Vorhaben werden erfasst und nach Phase geordnet.
Instrumente zuordnen.
Jedem Vorhaben wird das passende Instrument auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zugeordnet.
Reihenfolge festlegen.
Fristen, Antragsfenster und Abhängigkeiten bestimmen, was zuerst beantragt wird.
Kosten abgrenzen.
Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden. Die Abgrenzung entsteht im Antrag, nicht in der Abrechnung.
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