Revolution der Textilindustrie: ZIM-Netzwerk Urbane Maßkleidung  

Home » Revolution der Textilindustrie: ZIM-Netzwerk Urbane Maßkleidung  

Das ZIM Netzwerk Urbane Maßkleidung besteht aus 10 Partnern unterschiedlicher Bereiche der Textilbranche, Wirtschaft und auch Forschung. Mit dem Netzwerk wird das vorhandene Know-How gebündelt, um mit geballtem Expertenwissen einen wesentlichen Schritt dazu beitragen, die Digitalisierung der Textilindustrie voranzubringen und Maßkleidung alltagstauglich zu machen.

Die Herausforderungen in der Textilbranche 

Seit etwa 150 Jahren hält die Textilbranche an Konfektionsgrößen einer Standardgrößentabelle fest, die laut Studien etwa 70% der Bevölkerung nicht optimal passen. Die Maßanfertigung von Textilien ist nach heutigem Stand jedoch ein Nischenmarkt mit einem Marktanteil von unter 5% und adressiert nahezu ausschließlich das Hochpreissegment. Demnach leidet die Maßanfertigung von Kleidung heutzutage unter langen Lieferzeiten und aufgrund einer Vielzahl manueller Schritte unter hohen Kosten und Zeitaufwand für den Kunden, da in der Regel zwei oder mehr Besuche erforderlich sind.

Der Online-Handel von maßgefertigter Bekleidung beruht dabei maßgeblich auf einem vereinfachten Baukastensystem. Dabei wird die Passform nicht auf den Körper angepasst wird, sondern aus wenigen Konfigurationen zusammengestellt. Dadurch trägt der Kunde letztlich Massenware, die leicht auf seinen Körper angepasst wurde. Diese Algorithmen schließen Menschen, deren Körper außerhalb der Norm liegen (zB aufgrund von Asymmetrien), von der Nutzung von Online-Maßfertigung aus. Dies führt zu einem vermehrten Rückversand individueller Kleidung und Frustration beim Kunden.

Maßangepasste Kleidung stellt demnach aus folgenden Gründen eine Nischenprodukt dar:

  • praktischen (mehrere Besuche vor Ort beim Bekleidungsfachhändler erforderlich),
  • zeitlichen (Anpassung, Revision, Fertigung, Lieferung lassen Zeiten von weniger als zwei Wochen praktisch nicht zu) und
  • monetären (Maßkleidung ist durch den hohen Anteil an manuellen Arbeitsschritten mehrfach teurere als Konfektionsware)

Die Vision des ZIM-Netzwerks: Regionale Produktion und Einsatz von Technologie

Ziel des Netzwerkes Urbane Maßkleidung ist die regionale Produktion von massenmaßgeschneiderter Bekleidung. Mit Hilfe neuartiger Technologien wie bspw. dem Einsatz künstlicher Intelligenz wird die Kostensenkung für den Konsumenten als klares Ziel verfolgt. Die KMU können sich in dieser Art den immer stärker werdenden Online-Textilhändlern entgegenzustellen. Das Netzwerk schafft ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Onlinehandel, indem es die Produktion auf der Ladenfläche, der sogenannten In-Store Produktion, innerhalb von ca. zwei Stunden Anlage. Die Idee hinter dem Netzwerk strebt aktiv danach, dem Aussterben deutscher Innenstädte entgegenzuwirken, indem es den lokalen Einzelhandel stützt und ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal schafft. Durch die Vermeidung von Überproduktion und Lagerhaltung sinken dabei die Kosten für den Endverbraucher und die Nachhaltigkeit der Textilproduktion steigt.

Die Rolle des ZIM-Netzwerks in technologischen Neuentwicklungen

Um dies zu realisieren, sind eine Vielzahl hochtechnologischer Neuentwicklungen erforderlich, die im Rahmen des ZIM-Netzwerk Urbane Maßkleidung umgesetzt werden. Das Netzwerk spielt eine entscheidende notwendige Rolle, indem es alle Akteure aus Forschung und Wirtschaft vereint und eine gemeinsame Vision etabliert, auf die gemeinschaftlich hingearbeitet wird. Insbesondere ermöglicht das Netzwerk die Aufdeckung von Synergien und Kooperationen zwischen Partnern, die einen großen Mehrwert für alle realisierten Stifte bieten.

Allgemeines zum ZIM-Netzwerk: Förderung durch das BMWK

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert im Rahmen des Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) sogenannte Innovationsnetzwerke. Dabei finden sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit einer gemeinsamen Vision zusammen und verfolgen ein gemeinsames Ziel. Der Rahmen des ZIM-Netzwerks stellt dabei eine geeignete Plattform für den Austausch von Know-How aus Forschung und Industrie dar. So entstehen starke Partnerschaften mit großem wirtschaftlichem Erfolg!

Für die Teilnehmer ergeben sich dadurch eine Vielzahl von Vorteilen, wie bspw. das Aufdecken neuer Synergien mit Netzwerkpartnern, die Ideenfindung und Durchführung innovativer FuE-Projekte sowie die Förderung des Netzwerkmanagements durch ZIM als nicht rückzahlbarer Zuschuss, die die Organisation des gesamten Netzwerks übernimmt. Das Ziel der Managementeinrichtung, die das Netzwerk als neutrale Einheit begleitet, übernimmt dabei die Netzwerkorganisation, die Projektbetreuung, die Öffentlichkeitsarbeit etc. In der Folge können sich die Netzwerkpartner ganz auf ihre Projektarbeit konzentrieren und die Belastung sinkt.

Ignite Group: Rolle und Erfolg in der Netzwerkmanagementeinrichtung

Ignite Group übernimmt bereits in einigen Netzwerken erfolgreich die Rolle der Netzwerkmanagementeinrichtung. Neben dem genannten Netzwerk Urbane Maßkleidung unter anderem auch in dem internationalen Netzwerk UmSenAuto sowie Perzpektive.